Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Teilnahme an der Gedenkveranstaltung zum 71. Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung des KZ Neuengamme in Hamburg

17.05.2016   •  
Landesverband Hamburg

Teilnahme an der Gedenkveranstaltung zum 71. Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung des KZ Neuengamme in Hamburg

Auch dieses Jahr war das Reichsbanner Hamburg wieder auf der Gedenkveranstaltung zum Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung des KZ-Neuengamme in Hamburg mit Gesteck und Fahne präsent und gedachten den Opfern der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Die Kranz- und Gesteckniederlegung fand dieses Jahr, eingerahmt von mehreren Fahnen, am ehemaligen Arrestbunker statt. Dort wurden bis Kriegsende Hunderte Gestapo-Gefangene und KZ-Häftlinge getötet. Der Arrestbunker wurde auch als Hinrichtungsstätte der Gestapo-Leitstelle Hamburg genutzt. Gestapogefangene sowie KZ‑Häftlinge wurden im Flur durch Erhängen und Erschießen exekutiert. Ende 1942 wurden zudem über 450 russische Kriegsgefangene dort mit Zyklon B vergast.

Auf der anschließenden Gedenkfeier in den ehemaligen Walther-Werken sprachen Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg, Roman Kamieniecki, polnischer Überlebender des KZ Neuengamme, Dr. Martine Letterie, Vizepräsidentin der AIN und Enkelin eines niederländischen Häftlings des KZ Neuengamme vor ca. 250 Menschen. Danach stellen die Teilnehmenden des Filmprojektes ihren Stop-Motion-Film der Öffentlichkeit vor, in dem sie ihre eigenen familiären Verbindungen zur NS-Vergangenheit thematisieren. Der "Neue Chor" begleitete die Veranstaltungen musikalisch.

Frau Senatorin Stapelfeldt ging in ihrer Rede auch auf die aktuelle politischen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise ein: „Wir erleben zurzeit ein Wiedererstarken rechtspopulistischer Parteien und vermehrt rassistischer Übergriffe auf Asylunterkünfte und Flüchtlingsheime. Es wird Hass auf vermeintlich Andersartige verbreitet und Flüchtlinge werden als Bedrohung dargestellt. Und das erfüllt mich mit Sorge. Und hier mahnt die Erinnerung, hier fordert sie alle demokratischen Kräfte zur Einigkeit. Treten wir also in Hamburg, in Deutschland, in Europa und der ganzen Welt gemeinsam rechtspopulistischen und rassistischen Tendenzen entgegen!“

Dieses bewegende und mahnende Gedenken machte uns abermals deutlich: Die Erinnerung an diese dunklen Zeiten der Geschichte dürfen nie verblassen. Und neuen Entwicklungen in diese Richtung müssen wir uns entschlossen entgegenstellen.

 

 

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