Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Schneiderhan

Grußwort des Generalinspekteurs der Bundeswehr
General Wolfgang Schneiderhan

zur Ausstellungseröffnung am 9. November 2003
in der ehemaligen Synagoge in Deidesheim

Berlin, im November 2003

Sehr geehrte Damen und Herren!

Allen Besuchern und Gästen der Ausstellung des „Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold“ übermittle ich meine ganz herzlichen Grüße.

Das sicherheitspolitische Umfeld Deutschlands hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt: Die Illusion, dass unsere westlichen Gesellschaften nach dem Fall der Berliner Mauer keiner Bedrohung mehr ausgesetzt seien, hat sich mit dem 11. September 2001 zerschlagen. Angekommen im vielbeschworenen 21. Jahrhundert müssen wir feststellen, dass unsere Welt keineswegs friedvoller geworden ist.

Internationale Konfliktverhütung und Krisenbewältigung, einschließlich des Kampfs gegen den internationalen Terrorismus, sind nunmehr an die erste Stelle des Aufgabenspektrums der Bundeswehr gerückt. Wir haben inzwischen ein verändertes Verständnis von der Verteidigung unseres Landes gewonnen.

Untrennbar verbunden mit der Diskussion um die Rolle von Streitkräften in Deutschland ist die Frage nach der Rolle des Bürgers in unserem Staat; sie hat schon die preußischen Reformer bewegt. Die Staatsreform der Freiherrn von Stein, die Bildungsreform von Humboldts und die Militärreform Scharnhorsts und Gneisenaus suchten gleichsam Antworten auf diese Kardinalfrage. Sie ist aktueller denn je – doch scheint mir heute das Eintreten für unseren Staat, für unsere Gesellschaft und für unsere Demokratie ungleich selbstverständlicher zu sein, als es in den Gründerjahren des „Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold“ gewesen sein muss. Viele seiner Mitglieder haben seinerzeit ihren mutigen Einsatz mit dem Leben bezahlt.

Diese Ausstellung dokumentiert eindringlich die Willenskraft dieser Männer, sich angesichts eines drohenden totalitären Regimes nicht in ihr Schicksal zu ergeben. Diese Ausstellung ist daher zugleich eine Mahnung von diesen Männern an uns heute, die Errungenschaften unserer Demokratie nicht als selbstverständlich hinzunehmen sondern sich auch in den Dienst unserer Gesellschaft zu stellen.

Ich wünsche Ihnen, sehr geehrte Besucher und Gäste, in dieser Ausstellung unschätzbare Momente des Erinnerns und des Besinnens.

Wolfgang Schneiderhan