Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Gedenken an den ersten Reichsbanner-Toten in Berlin: Erich Schulz

29.04.2018
Erich Schulz

Gedenken an den ersten Reichsbanner-Toten in Berlin

Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand (GDW) gedachten am 25. April 2018 des ersten in Berlin ermordeten Angehörigen des Reichsbanners.

Der 27-jährige Kreuzberger Lagerarbeiter Erich Schulz war am 25. April 1925 von einem Mitglied des rechtsextremen „Wiking-Bundes“ auf offener Straße erschossen worden. Der Täter wurde jedoch von der rechtslastigen Justiz der Weimarer Republik freigesprochen. Bereits die Beerdigung von Erich Schulz entwickelte sich zu einer der größten Demonstrationen der Berliner Arbeiterschaft.

Die Gedenkrede in diesem Jahr hielt der Senator für Inneres und Sport des Landes Berlin, Andreas Geisel MdA. „Erich Schulz war nicht das erste Opfer der nationalsozialistischen Gewalt und er sollte auch leider nicht das letzte bleiben. Die Polizei ermittelte schnell, Anklage wurde zügig erhoben, doch die Justiz war auf dem rechten Auge blind“, erinnerte Geisel in seiner Rede. „Ich bin – wie viele Historikerinnen und Historiker – der festen Überzeugung, dass eine starke Justiz, die gegen den Extremismus von rechts ebenso wie gegen den Extremismus von links im Rahmen des geltenden Rechts vorgegangen wäre, die junge Weimarer Republik deutlich stabilisiert hätte“, zeigte sich der Innensenator überzeugt. Geisel rief dazu auf, jeder Art des gewalttätigen Extremismus von Beginn an klar die Grenzen des Rechtsstaates aufzuzeigen.

Im Anschluss begaben sich die rund 90 Gäste der Veranstaltung zum Grab von Erich Schulz, dessen Grabstein das Emblem des Reichsbanners zeigt. Dort legte der Bundesvorsitzende des Reichsbanners Johannes Kahrs MdB gemeinsam mit Innensenator Andreas Geisel MdA und dem Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand Prof. Dr. Johannes Tuchel Ehrenkränze zum Gedenken an die ermordeten Angehörigen des Reichsbanners nieder.

Ausstellung eröffnet: Für Freiheit und Republik!

Am selben Abend wurde die „Ausstellung Für Freiheit und Republik! Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1924 bis 1933“ in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand eröffnet. Ihr Leiter Professor Johannes Tuchel sprach vor rund 100 Gästen über den Auftrag und die Mission des Reichsbanners in der Weimarer Republik. Dabei charakterisierte er das Reichsbanner als eine Wehrorganisation, in der sich mehrere Hunderttausend Weltkriegssoldaten sammelten, die auf der Seite der Republik standen. Ziel sei es insbesondere gewesen, dem Extremismus von links und rechts mit Masse zu begegnen. Unter den Gästen befand sich auch Stefan Zierke, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfamilienministerium. 

„Schwarz-Rot-Gold war nie das Symbol von Intoleranz, Aggression und plumpem Nationalismus. Es ist und bleibt das Symbol von Freiheit und Menschenrechten, von Demokratie und Republik“, betonte der Bundesvorsitzende des Reichsbanners, Johannes Kahrs MdB. Er warnte: „In den letzten Jahren ist ein besorgniserregender Trend zu beobachten. Rechtsradikale und rechtsextreme Kreise haben sich der Farben bemächtigt. Dies ist, und das kann ich nur noch einmal betonen, besorgniserregend. Denn Schwarz-Rot-Gold war nie das Symbol von Intoleranz, Aggression und plumpem Nationalismus. Es ist und bleibt das Symbol von Freiheit und Menschenrechten, von Demokratie und Republik“.

Die Ausstellung wird in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Stauffenbergstraße 13-14, 10785 Berlin noch bis zum 27. Juni 2018 in der 1. Etage, Sonderausstellungsbereich, gezeigt.

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