Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Schutzformationen

Die Schutzformationen des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold

Bereits lange vor dem außerordentlichen Wahlerfolg der Nationalsozialisten bei der Reichstagswahl am 14. September 1930 – die Zahl ihrer Mandate stieg von 12 auf 107 – hatte sich das Reichsbanner der zunehmenden Brutalität der nationalsozialistischen SA zu erwehren. Auf die neue politische Situation nach der Wahl reagierte der Bundesrat des Reichsbanners mit einer Gegenoffensive unter dem Motto „Rüsten und marschieren“. Da der Nationalsozialismus mit parlamentarischen und aufklärerischen Mitteln allein nicht zu bekämpfen war, begann man mit der Aufstellung militanter Eliteeinheiten, so genannter Schutzformationen (Schufo). In Magdeburg verhinderte der sozialdemokratische Polizeipräsident, Dr. Horst Baerensprung, Mitglied des Reichsbanner-Bundesvorstandes, im Dezember 1930 einen ersten Auftritt Adolf Hitlers.

Eine Serie von Demonstrationen und Aufklärungsveranstaltungen über den wahren Charakter des Nationalsozialismus wurde im ganzen Land gemeinsam mit der SPD, den Gewerkschaften und den Arbeitersportorganisationen durchgeführt. Die Mitgliederzahlen des Reichsbanners stiegen in jenen Monaten beträchtlich. Die Zahl der Schufo- Männer wuchs im Frühjahr 1931 auf fast 250.000 an. Sie schirmten Versammlungen gegen nationalsozialistische Übergriffe ab, begleiteten prominente Redner über Land, bewachten Partei- und Gewerkschaftseinrichtungen.