Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Januar bis März 1933

„... mit sturmzerfetzten Fahnen ...“ (Januar bis März 1933)

Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 war die Niederlage der Republikaner besiegelt. An die Stelle der Weimarer Republik trat die nationalsozialistische Diktatur des „Dritten Reiches“. Am 19. Februar 1933 kam es ein letztes Mal zu einer großen Freiheitskundgebung des Reichsbanners vor dem Berliner Schloss. Zehntausende von Menschen demonstrierten noch einmal für die Ziele des Reichsbanners und der Eisernen Front.

Ab März 1933 verboten einzelne Länder das Reichsbanner. Mancher Gau kam dem Verbot mit Selbstauflösung zuvor. Einzelne Ortsverbände versuchten zunächst, konspirativ unter dem Dach noch bestehender Organisationen zu überdauern. Der Terror der ersten Wochen und Monate kostete nicht wenige Mitglieder Freiheit, Gesundheit oder gar das Leben, zwang zudem zahlreiche Führungskräfte in die Emigration.

Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler wurden im Februar 1933 immer wieder Zeitungen des Reichsbanners und der SPD verboten. Die republiktreuen Kräfte wurden so ihres wichtigsten Kampfmittels beraubt. Viele Reichsbannerangehörige wurden eingeschüchtert, misshandelt oder verschleppt. Die Führungen von Reichsbanner und SPD wollten Hitlers Herrschaft dennoch auf legalem Wege verhindern. Noch einmal wurden während des Wahlkampfes große Demonstrationen organisiert, die aber vielfach von den Nationalsozialisten gestört oder verboten wurden. Überall in Deutschland versuchte das Reichsbanner, für die Ziele des demokratischen Deutschland zu mobilisieren. Am 5. März 1933 erhielt die SPD zwar bei nur leichten Verlusten über 7 Millionen Stimmen, die Regierung Hitler-Papen besaß aber eine Mehrheit im neuen Reichstag. Seit März 1933 wurden viele lokale und regionale Reichsbanner-Organisationen verboten. Am 10. Mai 1933 schließlich wurden die Vermögen von SPD und Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold beschlagnahmt.