Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Eiserne Front

Die Eiserne Front

Als sich am 11. Oktober 1931 die national-konservativen Gegner der Weimarer Republik in der „Harzburger Front“ formierten, 100.000 SA-Männer eine Woche danach in Braunschweig aufmarschierten und anschließend einzelne SA-Trupps in die Arbeiterviertel einfielen, Wohnungen verwüsteten, zwei Tote und zahlreiche Verletzte hinterließen, als die Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft und zum Hessischen Landtag im Herbst 1931 den parlamentarischen Siegeszug der NSDAP fortsetzten und als schließlich Ende November noch die „Boxheimer Dokumente“, terroristische Pläne der NSDAP im Falle ihres Regierungsantritts, bekannt wurden, riefen die Arbeiterorganisationen zu massiver Gegenwehr auf. Am 22. November 1931 forderte der Bundesrat des Reichsbanners, das bereits seit längerem angestrebte antifaschistische Abwehrkartell zu schmieden: „Der Front der Staatsfeinde muss die ‚Eiserne Front’ der staatstreuen Bürger entgegengestellt werden.“ Gewerkschaften, SPD, Reichsbanner und Arbeitersportorganisationen schlossen sich zu dieser „Eisernen Front“ zusammen. Ihr Symbol wurden drei Pfeile, die für SPD, Gewerkschaften und Reichsbanner, also für die politische, wirtschaftliche und physische Macht der Arbeiterklasse standen.

Im Aufruf der Reichskampfleitung der Eisernen Front vom 25. Januar 1932 wurde unmissverständlich erklärt: „Die Eiserne Front ist keine Parteisache und will nicht eine Partei sein. Ihr Dienst gilt der bedrohten Freiheit des deutschen Volkes, der Erfüllung der Verheißungen in der Verfassung von Weimar.“ Nur der außerordentliche Einsatz der Eisernen Front bei der Reichspräsidentenwahl im März/April 1932 verhalf Hindenburg gegen Hitler zum Erfolg. Bei den Reichstags- und Landtagswahlen dieses Jahres hatten die Einheiten der Eisernen Front zahlreiche Angriffe der SA abzuwehren. Als am 20. Juli 1932 das rechtskonservative Reichskabinett von Papen die sozialdemokratisch geführte preußische Landesregierung absetzte, trat der Reichsbanner- Bundesvorsitzende Karl Höltermann für ein aktives Vorgehen gegen diesen Verfassungsbruch ein. Er konnte sich jedoch in der Krisensitzung der Eisernen Front nicht durchsetzen, da sich die Gewerkschaftsführung einer aktiven Gegenwehr versagte. Bei über sechs Millionen Arbeitslosen sah sie keine Chance für einen Generalstreik.