Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Gründung

Gründung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold

Am 22. Februar 1924, dem Geburtstag August Bebels, beschloss in Magdeburg eine Delegiertenkonferenz unter Leitung des Oberpräsidenten der preußischen Provinz Sachsen, Otto Hörsing, die Gründung einer Republikschutzorganisation. Sie fasste bereits bestehende sozialdemokratische und demokratische Schutzformationen wie die „Vereinigung Republik“ in Schleswig-Holstein und in Hamburg, den „Sozialdemokratischen Ordnungsdienst“ in Hessen-Kassel, die „Republikanische Notwehr“ in Magdeburg- Halle, die „Republikanischen Frontkämpferbünde“ der Lausitz, den „Neuen Stahlhelm, Bund republikanischer Frontkämpfer“ in Schlesien, die „Republikanischen Frontkämpferbünde“ Ostpreußens, die Organisation „Schwabenland“ in Württemberg u.a.m. zusammen und vereinigte damit rund 500.000 Mann unter ihre Fahne.

Der Gründungsappell richtete sich betont staatstragend an „Kriegsteilnehmer, Republikaner!“ und geißelte all jene Kräfte, die immer wieder das republikanische Staatsgebäude unterminierten, deren Repräsentanten mit Mord bedrohten und in wüster Demagogie schamlosen Missbrauch mit den Begriffen „Vaterland“ und „Nation“ trieben. Gegen diese Feinde die deutsche Republik zu schützen, erklärte das Reichsbanner als sein einziges Ziel. Ausdrücklich wurde die seit dem verlorenen Krieg massiv anschwellende Hetze gegen die jüdischen Mitbürger gegeißelt, die nur von eigener Schuld ablenke, gefährliche Ziele verdecke und dem Ansehen Deutschlands schade. Davon ausgehend, dass die Republik nur durch Republikaner zu Macht und Ansehen gebracht werden könne, wurde die Besetzung aller wichtigen Ämter in Justiz, Polizei, Reichswehr, Verwaltung und Schule mit überzeugten Republikanern verlangt.

Mit dem Namenszusatz „Bund der republikanischen Kriegsteilnehmer“ wurde all jenen Soldaten des Ersten Weltkrieges eine Heimstatt geboten, die – im Gegensatz zu den rechten Wehrverbänden, allen voran der bereits im November 1918 in Magdeburg gegründete „Stahlhelm Bund der Frontsoldaten“ – auf dem Boden der Weimarer Republik standen. In der von Kriegserfahrungen und dem Trauma der Niederlage geprägten Nachkriegsgesellschaft hatte eine republikanische Vereinigung, die den Einsatz der Frontsoldaten würdigte, einen besonderen Stellenwert.