Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Feiern und Versammlungen

Gründungsfeiern und Generalversammlungen

Die Magdeburger „Volksstimme“ titelte: „Einhundertdreißigtausend“. So viele und mehr Menschen waren 1925 aus allen Gauen der jungen Organisation im ganzen Deutschen Reich und aus Österreich mit einer starken Delegation des brüderlichen „Schutzbundes“ in die Gründungsstadt Magdeburg geströmt. Nach den offiziellen Begrüßungsfeiern in den große Sälen der Stadt marschierten aus sechs Zugangsstraßen die Reichsbanner-Züge zwei Stunden lang auf den Domplatz zu, begleitet von rund hundert Musikkapellen und 2.000 Fahnen. Manche Gruppen mussten in den Nebenstraßen bleiben, für Zuschauer war kein Platz mehr. Die Festredner der republikanischen Parteien wurden auf dem großen Platz von der gewaltigen Menschenmenge zwar nur zum Teil vernommen, doch das brausende „Hoch“ auf die Republik hallte überall wider. Bis in den Abend zogen die Teile des Festzuges durch die Stadt, wehten überall die Fahnen der Republik. Riesige Menschenansammlungen säumten die Straßen und Plätze. Pressevertreter aus den deutschen Großstädten, aus dem europäischen Ausland und aus den USA waren gekommen. Sie berichteten von der republikanischen Kerntruppe, die auf dem Domplatz aufmarschiert war, und von der republikanischen Stadt Magdeburg, die deutlich gemacht hatte, dass sie zur Republik steht. Nicht die bürgerlichen, wohl aber die Arbeiterviertel hatten reich geschmückt in den Farben Schwarz-Rot-Gold. „Der ärmste Sohn der Republik ist auch ihr treuester“, dieses Wort des Arbeiterdichters Karl Bröger sollte sich in Magdeburg wie in ganz Deutschland bis 1933 stets bewahrheiten, wenn es galt, die Republik zu verteidigen.