Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Geschichte zum Anfassen

Archiv 2017

03.05.2017
Reichsbanner-Bildungsveranstaltung in Nürnberg

Deutsche Geschichte zum Anfassen

Nürnberg - eine Stadt, der in der Deutschen Geschichte eine große Bedeutung zukommt. Besonders die Nationalsozialisten machten die Stadt zu einem der zentralen Orte ihrer Bewegung. Darüber wollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bildungsveranstaltung des Reichsbanners mehr erfahren und erhofften sich Antworten auf die Fragen: Wie konnten die Nationalsozialisten die Massen faszinieren, welcher Techniken bedienten Sie sich?

Das erfuhren die Teilnehmer im Dokumentationszentrum „Reichsparteitagsgelände“ , das die Faszination beschreibt und erklärt, welche von den gewaltigen und inszenierten Massenveranstaltungen der Nationalsozialisten und geplanten und teilweise fertiggestellten Monumentalbauten auf dem Gelände ausging. Grundlage der Inszenierungen, so lernten die Teilnehmer des Bildungsseminars, war dabei auch die Darstellung und Ausübung von Gewalt. Auf diese Weise wurde das noch vom ersten Weltkrieg traumatisierte Volk langsam wieder an Kriegsgerät und Gewalt gewöhnt. Mit der immer weiter zunehmenden Gewalt gegenüber Juden und Andersdenkenden stellte sich relativ schnell der von den Nationalsozialisten beabsichtigte Gewöhnungseffekt ein. Krieg und Gewalt wurden bald nicht mehr als etwas Schlimmes, sondern als etwas „Normales“ bzw. „Alltägliches“ erachtet. Der Weg zur NS-Diktatur war damit vorbereitet und geebnet. So war es auch nicht verwunderlich, dass mit Kriegsbeginn eine gewisse Euphorie in der Bevölkerung vorhanden war.

Das nächste Kapitel Deutscher Geschichte, das auch mit Nürnberg verbunden ist und über welches die Teilnehmer des Bildungsseminars viele Details erfuhren, waren die „Nürnberger Prozesse“, die im November 1945 begannen. Im heute noch immer erhaltenen Saal 600 im Justizpalast konnten die Teilnehmer erleben, mit welchen Hindernissen, Herausforderungen und Problemen die Strafverfolger zu kämpfen hatte. Ziel der Justiz der Alliierten war nicht nur, die führenden Vertreter des nationalsozialistischen Regimes vor einem internationalen Gericht für ihre Taten zur Verantwortung zu ziehen, sondern auch der Welt die grausamen Taten vor Augen zu führen. Dass dieses Verfahren maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des Völkerrechts und des heutigen Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag hatte, wurde dabei allen Teilnehmern der Bildungsveranstaltung bewusst.

Die ältere Deutsche Geschichte stand ebenfalls auf dem Programm Und auch dazu hat Nürnberg viel zu bieten. Wie etwa die „Felsengänge“ unter der Stadt. Im Jahr 1380 verordnete die Stadt Nürnberg, dass jeder der Bier brauen und verkaufen wollte, einen eigenen Keller haben musste. Die in der Hochzeit über 40 Brauereien schufen so ein verteiltes Kellersystem mit bis zu vier Stockwerken in die Tiefe für ihre immer weiter gesteigerte Produktion. Diese Felsengänge kamen im zweiten Weltkrieg der Bevölkerung zugute und wurden zu Luftschutzbunkern ausgebaut. Obwohl die Altstadt Nürnbergs bei den Angriffen der Alliierten zu 90 Prozent zerstört wurde, blieben die Todesopfer dank der unterirdischen Gänge sehr weit unter denen vergleichbarer Städte.

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